Bayerisches Corona-Hilfsprogramm für freischaffende Künstler

Bayerisches Hilfsprogramm für freischaffende Künstlerinnen und Künstler

Bayerisches Corona-Hilfsprogramm für freischaffende Künstler

Bayerisches Corona-Hilfsprogramm für freischaffende Künstler 1536 760 coronavirus.de

Der bayerische Staat legt ein Hilfsprogramm für freischaffende Künstlerinnen und Künstler auf. Damit reagiert Bayern auf die zunehmende finanzielle Notlage von Kunstschaffenden in der Corona-Krise. Im April hatte Bayerns Ministerpräsident Markus Söder den freischaffenden Künstlerinnen und Künstlern in Bayern ein Hilfsprogramm von 90 Millionen Euro in Aussicht gestellt. Dieser Betrag wurde Ende Mai vom Ministerrat des Freistaat Bayern beschlossen. Diese Summe stockt Freistaat Bayern jetzt um zusätzliche 50 Millionen Euro auf. Für die betroffenen Künstlerinnen und Künstler stellt der Freistaat jetzt Gelder von 140 Millionen Euro zur Verfügung.

Ab sofort können alle freien Künstlerinnen und Künstler, die von der Corona-Krise betroffen sind, einen Antrag auf Geldmittel aus dem Hilfsprogramm stellen. Bayern hat hierfür eine Webseite eingerichtet, auf der das Antragsformular ausgefüllt werden kann. Die zur Verfügung gestellten Gelder kommen allen künstlerisch tätigen zugute, die als freischaffende Künstlerinnen und Künstler ihren Lebensunterhalt nicht sichern können. Das Hilfsprogramm des Freistaat Bayern bietet besonders Solo-Selbständigen, ohne eigene Betriebskosten, eine Chance auf Unterstützung. Diese Gruppe der freischaffenden Künstlerinnen und Künstler erhielt bisher keine Leistungen aus Hilfsprogrammen des Freistaat Bayern.

 

Künstler leiden unter Corona-Pandemie

Für die etwa 10.000 freischaffenden Künstlerinnen und Künstler in Deutschland stellt die Corona-Krise ein großer Einschnitt dar. Viele geraten in einer finanziellen Notlage, da sie in Zeiten der Corona-Pandemie, keine Auftrittsmöglichkeiten haben und kein Geld verdienen können.

Auch wenn Museen und Freizeitparks wieder öffnen, Konzerthäuser, Theater, Musik- und Tanzclubs bleiben geschlossen. Wann diese wieder öffnen ist bisher nicht klar. Ob alle privat betrieben Kulturstätten die Pandemie überstehen, ist nicht sicher, vielen fehlt ein finanzielles Polster. Zumal noch nicht abzusehen ist, wann Konzerthäuser, Theater, Musik- und Tanzclubs wieder öffnen können, da in ihnen durch die Enge und der Nähe der Besucher die Ansteckungsgefahr groß ist.

 

Erweiterung der Gruppe der Anspruchsberechtigten

Ursprünglich waren in Bayern nur Künstler antragsberechtigt, die Beiträge in die KSK (Künstlersozialkasse) zahlen. Am 14. Mai teilten Markus Söder und Kunstminister Bernd Sibler mit, dass nun Künstlerinnen und Künstler in den Genuss der Hilfsgelder kommen, die nicht in die KSK einzahlen.

 

Bedingungen für den Erhalt der Hilfsgelder

Die Grundvoraussetzung für die Beantragung der Hilfsgelder ist ein Hauptwohnsitz im Freistaat Bayern.
Jeder der zur Gruppe der freischaffenden Künstlerinnen und Künstler gehört und die Beitragszahler der KSK ist, hat das Recht auf Gelder aus dem Hilfsprogramm des Freistaat Bayern.

Für alle freischaffenden Künstlerinnen und Künstler, die nicht in die KSK einzahlen, gibt es das “Modell KSK Plus”. Beim “Modell KSK Plus”, müssen die betroffenen Künstlerinnen und Künstler die Kriterien für eine Mitgliedschaft bei der KSK erfüllen, auch wenn sie formal keine Mitgliedschaft besitzen. Diese Regelung ermöglicht damit auch Künstlerinnen und Künstlern den Zugang zu Hilfsgeldern, die nur zeitweise künstlerisch tätig sind.

Diejenigen Künstlerinnen und Künstler, die einen Antrag auf Grundsicherung gestellt haben oder beziehen, sind vom bayrischen Hilfsprogramm ausgeschlossen. Erhalten freischaffende Künstlerinnen und Künstler breites staatliche Hilfen, bekommen sie ebenfalls kein Geld aus dem Hilfsprogramm.

 

Bis zu 1.000 Euro für drei Monate

Sollte der Lebensunterhalt von freischaffenden Künstlerinnen und Künstlern während der Corona-Krise nicht ausreichen, erhalten sie bis zu 1000 Euro monatlich über einen Zeitraum von drei Monaten. Damit will der Freistaat Bayern erreichen, dass der Lebensunterhalt der freischaffenden Künstlerinnen und Künstler während der Corona-Pandemie sichergestellt ist. Bayern verfolgt das Ziel, das Hilfsprogramm so anzupassen, dass es der Lebenswirklichkeit der freischaffenden Künstlerinnen und Künstlern gerecht wird.


Antrag und Informationen zum Hilfsprogramm

Hatte sich die Inbetriebnahme der Webseite, mit dem Antragsformular für das Hilfsprogramm des Freistaat Bayern, wegen Computerproblemen bisher verzögert, ist die Webseite jetzt online.
Alle freischaffenden Künstlerinnen und Künstler, mit erstem Wohnsitz in Bayern, können ihren Antrag auf der Webseite: https://www.kuenstlerhilfe-corona.bayern stellen. Die Webseite enthält das Antragsformular und wird vom Freistaat Bayern betrieben. Für eine zügige Auszahlung der beantragten Gelder sollen die Bezirksregierungen sorgen, die die Anträge bearbeiten.

Die Antragstellung erfolgt nur über die oben genannte Webseite des Freistaat Bayern. Erhalten Sie E-Mails, die anderes behaupten oder sollten E-Mails die Aufforderung enthalten, einen Link zu klicken, seien Sie äußerst vorsichtig, es könnten sich um Betrugsversuche von Internetkriminellen handeln. Es ist deshalb geraten, entweder den Link in diesem Artikel anzuklicken oder die Webadresse direkt einzugeben, auch wenn bisher noch keine Betrugsversuche bekannt sind.

Für weitere Fragen hat der Freistaat Bayern folgende Hotline unter der Nummer (089) 23 32 89 22. eingerichtet. Zu erreichen ist diese Nummer von 10 bis 13 Uhr im Zeitraum von Dienstag bis Freitag. Die Betreuung der Hotline erfolgt durch das Kompetenzteam der Landeshauptstadt München, welches sich um alle Fragen kümmert und Auskünfte erteilt.

 

Auch die Bundesregierung unterstützt Künstlerinnen und Künstler

Das Besondere am Hilfsprogramm des Freistaat Bayern ist, dass es sich direkt an einzelne freischaffende Künstlerinnen und Künstler wendet und ihnen für drei Monate ein sicheres Einkommen von bis zu 1000 Euro garantiert.

Die Bundesregierung bedient sich anderer Instrumente der Hilfe als der Bayern. Künstlerinnen und Künstler erhalten 60 Prozent ihres Honorars, wenn ihr Auftritt abgesagt wurde. Voraussetzung dafür ist, dass der Veranstalter Fördermittel aus Geldern des Bundes erhält. Einzelnen freischaffenden Künstlerinnen und Künstlern, die als Freiberufler tätig sind, unterstützt die Bundesregierung mit dem Hilfspaket für Solo-Selbständige und Kleinstunternehmen. Eine weitere Möglichkeit zur Sicherung des Einkommens ist der erleichterte Zugang zur Grundsicherung.

 

Licht am Ende des Tunnels?

Für viele Künstler bedeutet die Freigabe der Hilfsgelder in Bayern eine große Hilfe. Besonders für die einzelnen Künstlerinnen und Künstler ergibt sich eine große Erleichterung, da der Freistaat die Gelder monatlich als Ersatz für Honorarzahlungen überweist. Bisher waren viele Hilfsleistungen an konkrete Auftritte gebunden.

Ob das Hilfsprogramm des Freistaat Bayern ausreicht, lässt sich nicht sagen. Obwohl sich die Lage in der Corona-Krise entspannt und die Maßnahmen zur Bekämpfung der Pandemie gelockert werden, bleibt die Zukunft für freischaffende Künstlerinnen und Künstler ungewiss. Niemand kann sagen wie die Lage für die Betroffenen nach Auslaufen des Hilfsprogramms aussieht. Selbst wenn die Corona-Pandemie überwunden sein sollte, stellt sich die Frage, ob das Publikum zurückkommt oder aus weiter bestehender Furcht vor dem Virus daheim bleibt. Hinzu kommt die Gefahr, dass zahlreiche Veranstalter ihre Veranstaltungsorte schließen könnten. Den freischaffenden Künstlerinnen und Künstlern würden viele Auftrittsorte nicht mehr zur Verfügung stehen und ihre Verdienstmöglichkeiten einschränken.

Weitere Informationen zum bayerischen Hilfspaket finden Sie hier.