Bewerben in der Corona-Pandemie: Tipps und Tricks

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Bewerben in der Corona-Pandemie: Tipps und Tricks

Bewerben in der Corona-Pandemie: Tipps und Tricks 1536 760 coronavirus.de

Durch die Corona-Krise ist nicht nur in der Berufswelt einiges durcheinander geraten. Das gilt selbstverständlich auch für das Bewerben. Die potentiellen Arbeitnehmer müssen sich auf längere Wartezeiten einstellen, denn in den Betrieben wurden Abläufe neu definiert.

Bewerbungsabläufe müssen neu organisiert werden und so üben sich viele Kandidaten für einen Job erstmal in Geduld. Von den Schwierigkeiten sind alle betroffen, die schon seit längerer Zeit eine Anstellung suchen und auch die, welche wegen der Pandemie ihre Anstellung verloren haben. Völlig unerwartet stehen sie nun in einem ganz neuen Bewerbungsverfahren.

Bewerbungsverfahren vor der Pandemie

Vor der Krise hatten Bewerber eine große Zahl von Angeboten und konnten aus diversen Stellenangeboten auswählen. Die Bewerbungsunterlagen schickten sie an ihr Wunschunternehmen und bekamen in aller Regel drei bis sechs Wochen später eine Antwort. War diese positiv ausgefallen, folgte ein Gespräch in der Firma, in dem der Bewerber einen ersten Einblick in die Situation vor Ort erhielt, das Unternehmen einen persönlichen Eindruck vom Bewerber.

Ein Bewerbungsgespräch, der ein oder andere Einstellungstest: All das war Teil des Verfahrens. Unternehmen legten viel Wert darauf, den Bewerber persönlich kennenzulernen. Oft gab es mehrere Runden von Gesprächen, in denen weitere Eigenschaften des Bewerbers abgefragt wurden, der Kandidat konnte sich ein weiteres Mal einen Eindruck von seinem zukünftigen Arbeitgeber verschaffen. Endlich hoffte der Bewerber auf eine Zusage, welche dann im besten Fall schnell überbracht wurde. Diese Art des Bewerbungsverfahrens wird wohl so schnell nicht wieder zur Normalität werden.

Die Corona-Krise verändert Bewerbungsverfahren

Den heute üblichen Vorsichtsmaßnahmen entsprechend, geht Bewerben in der Corona-Pandemie etwas anders. Zu den Hygienemaßnahmen gehören unter anderem Abstand halten und die Vermeidung von Versammlungen, virtuelle Gespräche sind zum Standard geworden. An die Stelle von persönlichem Austausch und Teambesprechungen treten heute Telefonkonferenzen und Videointerviews. Diese Form der Kommunikation tritt auch bei Bewerbungsgesprächen an die Stelle des persönlichen Gesprächs.

Die Suche nach Mitarbeitern

Zwar ist das Angebot merklich ausgedünnt, da viele Unternehmen gerade Einstellungsstopp haben. Dennoch gibt es nach wie vor vakante Stellen, die besetzt werden wollen. Die Suche nach Talenten geht also weiter und ausgeschriebene Positionen sind nach wie vor zu finden. Auch wenn dem Arbeitssuchenden die Vorstellungsgespräche mit der Zeit doch schwierig erscheinen, wegen fehlenden Erfolgs sogar Unmut aufkommt, gilt es weiterhin nicht aufzugeben. Laut einer Studie, die Persona Service und Baumgartner & Partner Management Consultants in Zusammenarbeit mit dem Marktforschungsinstitut Skopos durchgeführt haben, gehen 37,9 % der Unternehmen davon aus, dass der Personalbedarf steigen wird. Über 3 % rechnen auch mit einem erhöhten Bedarf an Spezialisten.
Trotz aller aktuellen Herausforderungen kann unsere Antwort nur sein, die Umstände realistisch zu betrachten und sich nicht entmutigen zu lassen.

Telefon- und Videointerviews

Durch das Homeoffice und virtuelle Konferenzen werden Interviews per Telefon oder Videoschaltung auch bei den verantwortlichen Personalern immer beliebter. Wegen der Sicherheitsvorgaben bleibt dem potenziellen Arbeitgeber tatsächlich keine andere Wahl, als auf virtuelle Kommunikation umzustellen. Will man sich während der Corona-Pandemie bewerben, sollte man sich darauf einstellen und den Umgang mit diesen Medien professionell angehen.
Doch nicht nur Sie sollten vorbereitet sein. Auch die technischen Voraussetzungen, sollten Sie im Vorfeld prüfen.

Technische Voraussetzungen für das Videointerview

  • Verfügt Ihr PC oder Laptop über eine Webcam? Gegebenenfalls können Sie auch Smartphone oder Tablet für das Gespräch nutzen.
  • Stellen Sie eine stabile Internetverbindung sicher, damit Sie Ihren Gesprächspartner und er Sie deutlich sehen und hören kann.
  • Legen Sie sich Kopfhörer bzw. ein Headset mit Mikrofon bereit.

Zwar sind wir es vor allem aufgrund der sozialen Netzwerke mittlerweile gewohnt, uns spontan in derartigen Umgebungen zu präsentieren. Aber wenn es um die geplante und hoffentlich substantielle Darstellung der eigenen Vorzüge geht, haben viele doch Nachholbedarf. Deshalb sollten Sie sich auf die neue Situation einstellen und besonders auf Videointerviews gut vorbereitet sein.

Tipps für das virtuelle Gespräch:

  • Sie können sich einen Spickzettel schreiben oder Seiten im Browser geöffnet haben, z. B. Die Unternehmensseite um auf Fragen zum Unternehmen angemessen reagieren zu können. Auch ein Translator kann hilfreich sein, wenn ins Englische gewechselt wird.
  • Bereiten Sie Antworten auf mögliche Fragen vor.
  • Bereiten Sie eigene Rückfragen zum Unternehmen und der Stelle vor, auf die Sie sich bewerben.

Auf spontane Gespräche vorbereiten

Um zu demonstrieren, dass man mit der aktuellen Situation umzugehen gelernt hat, kann im Lebenslauf neben der Telefonnummer die Skype-Adresse eingefügt werden. Den Verantwortlichen in der Personalabteilung fällt die Kontaktaufnahme dann leichter. In den allermeisten Fällen erhält der Kandidat einen Termin, um das Videointerview oder ein Telefoninterview durchzuführen. So bleibt ausreichend Zeit, sich inhaltlich und mental vorzubereiten.

Nach dem Ablauf von zwei oder drei Tagen ist täglich damit zu rechnen, dass ohne Vorwarnung ein Kontakt hergestellt wird. Denn auch Personalsachbearbeiter sind mitunter spontan, und dem Bewerber ist somit schon die erste Gelegenheit gegeben, Punkte zu sammeln und einen guten Eindruck zu hinterlassen. Mit einer umfassenden Vorbereitung auf das Telefoninterview und einem ausgeglichenen Vortrag im Videointerview ist hier einiges machbar.

Bereiten Sie sich bestmöglich auf das Videointerview vor:

  • Prüfen Sie kurz vor Beginn des Gesprächs, ob Ihre Technik störungsfrei funktioniert (Internetverbindung, Webcam, Ton etc.).
  • Sorgen Sie für eine möglichst ruhige und störungsfreie Umgebung.
  • Schauen Sie sich vor dem Gespräch den Ausschnitt der Kamera an und achten Sie darauf, dass Sie gut zu erkennen sind. Achten Sie dabei insbesondere auf gute Lichtverhältnisse (es sollte nicht zu hell und nicht zu dunkel sein).
  • Für den Fall dass Ihre Stimme versagt oder Sie einen Frosch im Hals haben, stellen Sie sich ein Glas Wasser bereit.
  • Legen Sie ausreichend Atempausen ein: Wenn Sie entspannt sprechen, wirkt das professionell und Ihr Gegenüber kann sie leichter verstehen.

Kompetenz und Interesse zeigen

Zunächst sind Arbeitgeber an den fachlichen Kompetenzen ihrer Mitarbeiter interessiert, wenn sie sich bei ihnen bewerben – nicht nur während der Corona-Pandemie. Aber es kann kein Zweifel bestehen, dass für eine langfristige Zusammenarbeit auch einige charakterliche Eigenschaften in den Fokus des künftigen Dienstherrn geraten. Und zu Zeiten der Pandemie bekommt er schnell Gelegenheit, die Fähigkeit zur Geduld bei seinem Kandidaten zu überprüfen. Denn die Rückmeldung des Unternehmens nach Eingang der Bewerbung kann Corona-bedingt auf sich warten lassen. Auch die Betriebe haben jetzt mit Unzulänglichkeiten zu kämpfen, mit Umstrukturierungen, die den Alltag verkomplizieren.

Diesen ersten, den Umständen geschuldeten Test sollte der Bewerber mit Gelassenheit über sich ergehen lassen. Allerdings ist ihm anzuraten, es mit dem Stoizismus besser nicht zu übertreiben. Denn auch eine wohldosierte Portion Hartnäckigkeit kann im Berufsleben nicht schaden. Ein Anruf, eine E-Mail mit einer interessierten Nachfrage, ob die Unterlagen noch in den Abteilungen kursieren, kann ein Hinweis auf eine kommunikative Eignung sein. Besonders wenn seit der Zusendung bereits einige Zeit vergangen ist, deutet die Initiative auf die nötige Motivation hin, ohne die im Beruf schwer Erfolge zu erzielen sind. Diese wird von jedem Arbeitgeber gern gesehen.

Positiv in Erinnerung bleiben

Durch das Zurückgehen der Aufträge und die allgemeine wirtschaftliche Verunsicherung schreiben die Betriebe weniger Stellen aus. Die Zahl der interessierten Bewerber steigt gleichzeitig, weil viele entlassen wurden und Neueinsteiger hinzukommen. Der Wettbewerb wird also härter, dementsprechend sind Hartnäckigkeit und Geduld nicht die einzigen Tugenden, die den Kandidaten vorwärts bringen. Kreativität ist in jedem Wettbewerb ein Mittel, um sich von den Konkurrenten zu unterscheiden.

Wer es in der aufgeladenen Situation schafft, sich in Erinnerung zu bringen, hat einen deutlichen Vorteil. Mit besonders ansprechenden und fehlerlosen Bewerbungsunterlagen hebt man sich vom Umfeld der Bewerber ab. Weil durch die verlängerten Abläufe mehr Zeit zur Verfügung steht, sollten Bewerber freie Zeit nutzen, um weiter und noch intensiver an den Unterlagen zu arbeiten.
Um das persönliche Image und den Wiedererkennungswert zu verbessern, kann der Bewerber ein kurzes professionelles Video für die Bewerbung drehen. Der hoffentlich zukünftige Arbeitgeber und sein Personaler gewinnen so einen persönlichen Eindruck, und die Wahrscheinlichkeit, nachhaltig im Gedächtnis der Entscheider zu bleiben, wird deutlich erhöht. Außerdem gewinnt der Bewerber einen Eindruck, wie er im persönlichen Gespräch auf sein Gegenüber wirkt.

Bewahren Sie einen kühlen Kopf

Wer in Krisenzeiten erfolgreich sein will, braucht auch beim Bewerben einen kühlen Kopf. Für die Arbeitssuche gilt dies ohnehin, besonders bei rückläufigen Erträgen und Einstellungsstopps. Aber die gegenwärtigen Umstände bieten auch eine Chance. Wenn früher in den Zeiten der Massenarbeitslosigkeit für den Einzelnen kaum eine Möglichkeit bestand, sich anzupassen und zu verbessern, bietet sich dazu nun reichlich Gelegenheit. Nutzen Sie die Zeit ohne Beschäftigung, um sich auf die neue Medienwelt einzustellen. Denn auch nach Corona werden die digitalen Kommunikationsformen weiter ein wesentlicher Teil der Arbeitswelt bleiben.