Hilfe für Startups: Bundesregierung hilft mit 2 Milliarden Euro

Startup Hilfe der Bundesregierung

Hilfe für Startups: Bundesregierung hilft mit 2 Milliarden Euro

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Bereits Anfang April hat die deutsche Regierung deutschen Startups eine finanzielle Hilfe in Höhe von zwei Milliarden Euro versprochen. Inzwischen wurde das Programm in die Tat umgesetzt und die Hilfe für Startups kann von den betroffenen Unternehmen in Anspruch genommen werden.

Per Twitter hat Thomas Jarzombek – Beauftragter des Bundeswirtschaftsministeriums für die digitale Wirtschaft und Startups – bekannt gegeben, dass die zwei Milliarden Euro für die Unterstützung junger Unternehmen ab sofort zur Verfügung stehen. Die Hilfe für Startups kann theoretisch von allen Unternehmen innerhalb Deutschlands beantragt werden.

Ein wichtiges Ziel der Regierung war es, dass die Hilfen besonders effizient und ohne unnötige bürokratische Hürden an die Betroffenen ausgezahlt werden. Trotzdem sollten jene abgeschreckt werden, welche eigentlich nicht berechtigt und schon gar nicht bedürftig sind. Aus diesem Grund besteht die Hilfe für Startups aus zwei Säulen. Hier kann der Antrag zeitgleich bearbeitet und über die Finanzierung entschieden werden. Strukturen, die es bisher gegeben hat, sollen weitestgehend genutzt werden. Das mindert den Aufwand, den ein komplett neuer Aufbau der Abwicklung mit sich bringen würde. Ansonsten würde unnötig Zeit verschwendet, die junge Unternehmen in Anbetracht der Einbußen durch Corona derzeit nicht haben. Entsprechend Anträge können derzeit bei der KfW-Bank eingereicht werden.

Der Hintergrund des 2-Säulen-Modells

Generell wird laut diesem Modell zwischen zwei verschiedenen Fällen unterschieden: Es geht zum einen um Startups, die über Wagniskapital finanziert werden und Startups, die von öffentlichen Programmen aufgefangen werden. Die öffentlichen Programme stammen von den Ländern oder vom Bund. Die betroffenen Unternehmen haben aus diesem Grund keinerlei Zugang zu dem oben genannten Wagniskapital.

Jene Startups, welche Wagniskapital erhalten, haben in den meisten Fällen nicht die Möglichkeit, Fremdkapital zu erhalten. Deshalb haben sie keine Hausbank, welche den Zugriff auf einen Kredit der KfW ermöglichen würde. Sämtliche Startups, die nicht hier dazuzählen, werden laut Regierung der Säule zwei zugeordnet.

Damit betroffene Unternehmen vom Schutzschirm profitieren können, muss das Risiko geprüft werden – allerdings in einem ganz anderen Rahmen, als das in einem anderen Fall nötig oder möglich wäre. Der Grund hierfür: Der Bund möchten sich an diesen Startups beteiligen. Kein Wunder also, dass hier genau abgewägt werden muss, ob die erforderlichen Mittel eingesetzt werden und an welcher Stelle.

Die erste Säule

Die erste der beiden Säulen in Bezug auf die Hilfe für Startups wird auch als Corona-Matching-Fazilität bezeichnet, kurz: CMF. Unternehmen, welche unter dieser Säule zusammengefasst werden, erhalten das Wagniskapital in der Form zusätzlicher Mittel. Diese zusätzlichen finanziellen Mittel bekommen Betroffene über separate Fonds. Die Fonds sollen die öffentliche Finanzierung mit einem Verhältnis zwischen 30 Prozent bis zu 70 Prozent komplettieren. Das gilt nur so lange, bis sich private Investoren wieder an der Runde zur Finanzierung beteiligen. Im Klartext heißt das: Der Staat beteiligt sich mit einem Betrag, der rund 70 Prozent entspricht. Der Fonds muss hingegen 30 Prozent hinzuzugeben. Diese Investition erfolgt pauschal summarisch. Das hat zur Folge, dass die Mittel vom Staat zu den gleichen Konditionen vergeben werden, wie das bei privaten Investitionen der Fall ist.

Natürlich ist es wichtig, dass nicht nur jene Startups den Zugang zur finanziellen Hilfe bekommen, die viele Investoren mit Zugang zur CMF haben. Ohne vorbeugende Maßnahmen würden diese Startups sehr viel umfangreicher profitieren als Startups ohne die genannten Investoren. Damit das nicht passiert, darf die Finanzierungsrunde nur aus bis zu einer Hälfte aus CMF-Mittel gespeist werden. Abgewickelt wird die Umsetzung über die beiden Dachfonds. Zudem gibt es eine Kooperation zwischen Capital , eine KfW-Tochter, und dem EIF. Beim EIF handelt es sich um den Europäischen Investitionsfonds. Sowohl Capital als auch EIF haben Verbindungen zu verschiedenen VC-Fonds, die derzeit im Land relevant sind.

Generell sollen so viele Startups wie möglich erreicht werden. Deshalb gibt es auch die Möglichkeit, private oder öffentliche Fonds zur Finanzierung zu nutzen. Diese müssen sich nicht ausdrücklich im offiziellen Portfolio befinden. Allerdings gelten für diesen Fall bestimmte und klar definierte Voraussetzungen.

Den Antrag auf entsprechend3 Hilfen können die jungen Unternehmen nicht selbst stellen. Stattdessen wird dieser Schritt vonseiten der VC-Fonds in die Wege geleitet. Hier geht es nicht nur um solche Fonds, die entweder in EIF oder KfW Capital investiert wurden, sondern auch ganz andere und neuere Fonds. Gehören diese neuen Fonds noch keiner der beiden genannten an, ist das kein Problem. Generell sollen die CF-Mittel allerdings nur solche Fonds enthalten, die durch die Geber der Fördermittel geprüft wurden. Das soll einen Missbrauch vermeiden und damit sowohl den Steuerzahler als auch die berechtigten Startups schützen.

Die zweite Säule

Bei der zweiten Säule handelt es sich um sogenannte direkte Investitionen. Hiervon profitieren alle Startups, die nicht der Säule eins zugeordnet werden können. Die Regierung möchte in diesem Fall die Hilfe für Startups durch direkte Zahlungen retten. Betroffen sind davon nicht ausschließlich Startups im herkömmlichen Sinne, sondern auch mittelständische Unternehmen. Das Mittel der Wahl lautet: Wagniskapital. Dieses wird zusammen mit den Landesgesellschaften verfügbar gemacht.

Wie genau die zweite Säule in der Praxis umgesetzt werden soll, ist bis heute noch nicht ganz klar. Zur Debatte steht folgendes Szenario: Die Landesförderinstitute stellen Mittel zur Verfügung, welche sie vorab bekommen haben. Die Institute würden das Geld in diesem Fall lediglich an Mittelständler und Startups verteilen. Man hofft, dass dieses Vorgehen die Verteilung und Auszahlung beschleunigen würde.

Wenn es um das Risiko geht, so möchte die Regierung dieses mit den Landesgesellschaften teilen. Kommen private Investoren hinzu, werden auch diese einen Teil des Risikos tragen. Die EU-Kommission ermöglicht den rechtlichen Rahmen nur befristet bis zum 31.12.2020. Pauschal wird der Einstieg mit maximal 800.000 Euro pro Startup erlaubt.