Wie die Corona-Krise die Wirtschaft positiv beeinflusst

Corona als Chance

Wie die Corona-Krise die Wirtschaft positiv beeinflusst

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Die Corona-Pandemie stellte und stellt sowohl die Bevölkerung als auch die Arbeitswelt vor neue, bislang nicht dagewesene Herausforderungen. Bisweilen scheinen die Auswirkungen der einschränkenden Maßnahmen nicht absehbar. Fest steht dennoch: Lockdown und Schließungen werden mit einer Rezession der Wirtschaftsleistung einhergehen – und das nicht nur in Deutschland, sondern weltweit.

 

Corona-Krise als Chance: Beschleunigung der Digitalisierung

Ein genauerer Blick auf die Konsequenzen und Entwicklungen in dieser pandemischen Zeit zeigt aber durchaus auch positives Entwicklungspotential in längst überfälligen Digitalisierungsprojekten, die in komprimierter Zeit von nur wenigen Wochen beachtenswerte Fortschritte machten und besonders den Prozess der Digitalisierung auf Unternehmens- und Bildungsebene in bislang nicht dagewesener Form beschleunigten.

 

Neues Lernen

Digitalisierung in Bildungseinrichtungen

Zoom, Team Viewer und VPN – viele Bereiche der Arbeits- und Bildungswelt haben von diesen Produkten und technischen Möglichkeiten wohl vor der Corona-Krise noch nichts gehört. Vor allem Schulen und Universitäten standen im März vor einer scheinbar nicht zu bewältigenden Aufgabe: Das gesamte Lern- und Lehrangebot musste binnen kürzester Zeit digitalisiert werden. Neue Arbeits- und Kommunikationsformate waren dafür die Voraussetzung.

Erhielten Schüler und Studierende anfänglich nur E-Mails mit Lernaufgaben gefolgt von erläuternden Lösungsmaterialien, werden Prüfungen und Tests im Sommer 2020 plötzlich digital geschrieben. Auch Prüfungsgespräche, Referate und Vorträge werden online abgehalten. Die Basis liefern Arbeitsplattformen wie IServ und Microsoft Teams, die in einem Adhoc-Verfahren auch Videokonferenzen- und synchronen Echtzeit-Unterricht als Kompensation für den entfallenden Präsenzbetrieb in den Bildungseinrichtungen ermöglichten. Nach anfänglichen Startschwierigkeiten gelang der Umstieg erstaunlich schnell.

Universitäts- und Schulleitungen sowie Verantwortliche im Bildungsbereich sind sich einig: Die ungeplanten Entwicklungen und Fortschritte in der Digitalisierung stellen eine große Chance der Corona-Krise dar. Die große Herausforderung besteht nun jedoch darin, Schwung und Motivation aus den bereits geleisteten Fortschritten mitzunehmen, um den Digitalisierungsprozess im Sinne einer maximalen Profitabilität und Praktikabilität weiter voranzutreiben.

Neues Arbeiten

Homeoffice wird in der Corona-Krise zum Alltag

Auch in den deutschen Büros hat sich einiges getan: Das Homeoffice wurde innerhalb von einer Woche zum Alltag. Möglichkeiten der digitalen Arbeit von zuhause aus wurden effizient gefördert, indem digitale Infrastrukturen implementiert und weiter ausgebaut wurden. Das Social Distancing ist dabei auch in der modernen Arbeitswelt angekommen. Verstopfte Straßen im Berufsverkehr und ein überfüllter öffentlicher Personen- und Nahverkehr gehörten binnen 24 Stunden der Vergangenheit an – ganz zum Nutzen einer messbar verbesserten Luftqualität in Deutschlands großen Städten.

Das Corona-Virus als Chance für die Implementierung neuer Kommunikations- und Arbeitsstrukturen? Das Projekt Digitalisierung in der Berufs- und Bildungswelt könnte glücken, wenn neue Wege auch langfristig konsequent weitergedacht und gleichwertig im Arbeits- und Bildungsalltag verankert werden. Dies ist nun die Herausforderung von Politik, Managern und Digitalisierungsberatern, deren Aufgabe in der nahtlosen Anknüpfung an bereits Geleistetem besteht um weitere Chancen zur Optimierung aus der Krise zu ziehen.

Klimaschutz dank Covid-19?

Noch bis zum März 2020 waren die Proteste und Aktionen der Klimaaktivisten von großem medialem Interesse. Das lange Zeit überall vorherrschende Thema verschwand mit Eintreffen von Sars-CoV-2 in Deutschland schlagartig von der Bildfläche. Nun hat das Corona-Virus in nur wenigen Wochen das erreicht, wofür unzählige Jugendliche im wöchentlichen Turnus auf die Straße gingen. Ist die Corona-Krise als Chance für besseren Klimaschutz zu sehen?

Die Behauptung erscheint paradox. Fest steht: Ein ausbleibende Flugverkehr, der sogar die Verlässlichkeit der Wettervorhersagen über viele Wochen beeinträchtigte, hat den CO2-Ausstoß messbar reduziert. Gewachsen ist die Sensibilität für den Effekt von Maßnahmen im Sinne des Klimaschutzes, die – so lange Zeit die Politik – keinesfalls in einem Hau-Ruck-Verfahren umzusetzen seien.

Dass dies im Zusammenhang mit den Corona-Maßnahmen urplötzlich doch möglich ist, wenn alle Beteiligten ihre Alltagsgewohnheiten anpassen, schöpft Hoffnung und nicht zuletzt das Bewusstsein dafür, dass auch die lange diskutierten Klimaziele durch eine nachhaltige und gezielte Anpassung von Verhaltens- und Alltagsprozessen doch noch erreichbar sind.

Chance für die Wirtschaft

Gesetzesänderungen für neue Entscheidungs- und Kommunikationswege

Die Möglichkeit einer „Virtuellen Hauptversammlung“ wird auf Unternehmensebene schon seit mehr als 20 Jahren kontrovers diskutiert. Mit Corona waren die Möglichkeiten, die das Internet und die Digitalisierung durchaus schon vorher boten, alternativlos: Hauptversammlungen und die Versammlung von Gesellschaftern wurden durch das Inkrafttreten von Gesetzesänderungen von jetzt auf gleich auch in digitaler Form realisiert. Konkret ausgestaltete Satzungen waren bis auf weiteres nicht mehr obligatorisch.

Lange Anfahrtswege von mehreren 100 Kilometern, die zuvor noch Stunden beanspruchten, wurden auf Zehntelsekunden reduziert: Videokonferenzen und Schaltungen ermöglichen den sofortigen Aufbau einer Kommunikationsplattform, die einem realen Zusammenkommen in der Praxis in nichts nachstehen und ein ebenso effektives Arbeiten und Konferieren ermöglichen. Die Zeitersparnis und das Potential für nachhaltige, klimaschonende Strukturen sind enorm.

Damit das Rad nach der Corona-Krise nicht wieder zurückgedreht wird, liegt es nun am deutschen Gesetzgeber. Experten sind sich einig: Handlungsbedarf besteht nicht erst seit kurzem. Bis zum August 2021 gilt es gemäß einer europäischen Richtlinie, Konzepte für die Anpassung des Unternehmensrecht auf die Herausforderungen der Digitalisierung vorzulegen, um die Registrierung von Zweigniederlassungen und Unternehmensgründungen auch online zu ermöglichen. Die Corona-Krise kann und muss als Chance für neue Prozesse und zum agilen Antreiber werden.

Branchenübergreifende Chancen der Krise für die Wirtschaft

Die Corona-Krise und die Maßnahmen zur Eindämmung der Pandemie trafen alle Bürgerinnen und Bürger gleichermaßen. Die Anpassungsprozesse in den Branchen stellten und stellen jedoch unterschiedliche Anforderungen, die nur schrittweise in einem stetigen Prozess abgearbeitet und bewältigt werden können.

Der erste Schritt ist aber bereits getan: Die Videosprechstunde und das digital unterschriebene Rezept gehören längst zum Alltag in den Arztpraxen. Die gesetzlichen Legitimationen und Änderungen waren ebenfalls der Not geschuldet, die Sars-CoV-2 in der medizinischen Versorgung auslöste.

Veränderungen und Herausforderungen, vor die uns die Digitalisierung stellt, machen auch vor dem Verwaltungswesen keinen Halt: Die Identität von Bürgern und Unternehmen sowie die Erstellung von Zertifikaten müssen ebenfalls digitalisiert werden. Erste Bestrebungen zur Schaffung einer digitalen Verfügbarkeit vielfältiger Register wurden bereits unternommen. Dass auch in diesen Prozessen die Corona-Krise die ersten Chancen auf Veränderungen beflügelt hat, steht rückblickend außer Zweifel.

Kontaktbeschränkungen und die Sorge vor Schmierinfektionen haben die Möglichkeiten von digitalen Zahlungsprozessen erweitert. Die Anzahl der Nutzer von E-Wallets und app-basierten Zahlungssystemen stieg im zweiten Quartal des Jahres 2020 sprunghaft.

Obgleich die Abschaffung des Bargeldes von vielen Beobachtern als ein zweischneidiges Schwert bewertet wird, werden die angetriebenen Entwicklungen schwer aufzuhalten sein: Ist der Euro ebenfalls auf der Blockchain notiert, ist dies unweigerlich mit einer Erweiterung der finanztechnischen Möglichkeiten verbunden.

Die Bundesbank und das Finanzministerium haben die Bedeutung der digitalen Währungen und des digitalen Bezahlens erkannt und zeigen sich für Veränderungen und Neuerungen offen.

Chancen der Corona-Krise nachhaltig nutzen

In nahezu allen Bereichen der Wirtschaft zwang die Corona-Krise zum Umdenken: Neue, digitale Kommunikationswege und Angebote mussten erschlossen und zur Verfügung gestellt werden.

Dies gilt insbesondere für unternehmerische und wirtschaftliche Arbeitsprozesse aber auch für das Bildungswesen, das durch die zeitweise vollständige Schließung der Bildungseinrichtungen im ganzen Land besonders betroffen war.

Das Ziel eines weiteren nachhaltigen Vorgehens, das darin bestehen muss, die sich aus der Krise ergebenden Chancen weiterhin zu nutzen ist nur dann erreichbar, wenn bereits geschöpftes Potential weiter genutzt und gefördert wird.

Dies muss nicht nur im Sinne einer gestärkten wirtschaftlichen Anknüpfung an die Zeiten vor der Krise auf Basis neu geschaffener Möglichkeiten und Voraussetzungen geschehen, die unser digitales Zeitalter bietet. Auch das Weiterdenken und die Weiterentwicklung der unter schwierigen Umständen geschaffenen digitalen Strukturen ist die Voraussetzung für eine nachhaltige Kompensation der vorerst nicht vermeidbaren wirtschaftlichen Rezession. Nur so können die Chancen der Corona-Krise für die Wirtschaft zukunftsorientiert genutzt werden.