SEO-Strategie und Herausforderungen während der Coronakrise

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SEO-Strategie und Herausforderungen während der Coronakrise

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Corona zwingt Unternehmen zum Umdenken, denn neben behördlich angeordneten Beschränkungen stellt auch das veränderte Kundenverhalten eine Herausforderung für die eigenen Marketing-Aktivitäten dar. Doch was bedeutet das für die SEO-Strategie?

Die Corona-Krise sichtbar machen

Durch Corona ist das öffentliche Leben nach wie vor eingeschränkt und die Menschen verbringen einen größeren Teil ihrer Zeit im Internet. Die veränderten Lebensbedingungen und Bedürfnisse werden deutlich sichtbar, wenn man die Suchaktivität analysiert. Plötzlich googelt halb Deutschland nicht nur nach Desinfektionsmittel und Mundschutz, sondern auch nach Blumenlieferanten, Essenslieferdiensten oder Fitnessgeräten für zu Hause. Viele Keywords, die vor Monaten häufig gesucht wurden, sind seit Corona kaum gefragt oder werden in der Google-Suche gar nicht mehr berücksichtigt. Die kostenlose Trendsuchmaschine Google Trends bildet die aktuellen Suchaktivitäten ab und ist eine Fundgrube für die eigene SEO-Strategie. Hier findet jedes Unternehmen Hinweise auf Wachstumspotenziale. Doch wird diese Chance genutzt?

Marketing und SEO einfrieren?

In Krisen wie dieser heißt der erste Reflex vieler Unternehmen: abwarten und sparen. Investitionen werden gestrichen, Mitarbeiter entlassen, das Marketing eingefroren. Das kann allerdings zu kurzfristig gedacht sein. Einerseits, weil das Internet momentan der wichtigste Draht zu den Kunden ist und diese verstärkt online anzutreffen sind. Andererseits, weil Marketing und SEO einen zeitverzögerten Effekt haben. Das, was ein Unternehmen jetzt im Bereich SEO tut, beginnt erst in zwei bis drei Monaten Früchte zu tragen. Und das, was ein Unternehmen jetzt an SEO einfriert, kann einen sehr langen Schatten nach sich ziehen. Die folgenden drei Szenarien veranschaulichen den Effekt:

Szenario #1: Verstärkte Investitionen in Content-Marketing, Linkaufbau und SEO trotz Corona

Viele Unternehmen folgen dem Reflex, in der aktuell angespannten Situation abzuwarten und möglichst zu sparen. Wer das Gegenteil tut und stattdessen investiert, kann jetzt seine Sichtbarkeit ausbauen und wird voraussichtlich – dank fehlender Investitionen seitens der Konkurrenz nach der Krise einen ordentlichen Zuwachs verbuchen können.

Szenario #2: Gleichbleibende Investitionen in Content-Marketing, Linkaufbau und SEO

Bleibt das Investitionslevel trotz Corona-Krise unverändert, ist aller Voraussicht nach damit zu rechnen, dass die Sichtbarkeit auf dem jetzigen Level bleibt. Sollte der Wettbewerb seine Investitionen zurückfahren, kann sich die Sichtbarkeit sogar verbessern.

Szenario #3: Einfrieren aller Investitionen in Content-Marketing, Linkaufbau und SEO

Wer die Investitionen jetzt (nahezu) einfriert, wird nach der Krise nicht ohne Weiteres auf die Ausgangsposition zurückkehren können. Zwar dauert es eine Weile, bis man im Ranking absackt, da alle bisherigen Maßnahmen noch nachwirken. Aber langfristig kann es noch schlimmer kommen, denn die Sichtbarkeitsverluste lassen sich vermutlich nach Corona nur schwer wieder aufholen.

Zwischenfazit: Wer in der aktuellen Situation die Chance ergreift, sichert sich das große Potenzial, nach der Krise zu den Gewinnern der Branche zu gehören. Denn nicht nur die eigenen Investitionen werden Früchte tragen, die Budget-Reduzierungen der Konkurrenz werden die eigenen Maßnahmen zusätzlich potenzieren.

Jetzt für die Zeit nach der Corona-Krise handeln

Weil viele Aktivitäten im Bereich Suchmaschinenoptimierung (SEO) einen Vorlauf von mehreren Monaten haben, kann es verheerende Folgen haben, jetzt mit den Marketing-Maßnahmen zu pausieren. Um nicht komplett von der Bildfläche verschwunden zu sein, wenn die Pandemie abgeklungen ist, gilt es die aktuelle Zeit des Stillstands optimal zu nutzen. Besonders relevant sind folgende Faktoren:

Keywords: Eine Analyse der Suchtrends zeigt, welche Suchbegriffe bei Google und Co. momentan verstärkt auftauchen. Wo es sinnvoll ist, können diese Keywords im eigenen Unternehmen aufgegriffen werden. Zusätzlich empfiehlt es sich, die aktuellen Suchvolumina und Reichweiten der bisher relevanten Suchbegriffe zu überprüfen und gegebenenfalls anzupassen.

SEO statt SEA: Werden bestimmte Suchbegriffe bei den Suchvolumina nichtig, sollte das SEA-Budget in Erfolg versprechendere Kanäle verschoben werden. Backlinks und Content haben als dauerhafter wirkende Rankingfaktoren für die Sichtbarkeit weiterhin unverändert hohes Gewicht.

Content Marketing: Durch Corona herrscht bei den Verbrauchern große Unsicherheit und das Informationsbedürfnis ist hoch. Internetdienstleister melden, dass sich der Traffic im Vergleich zum Vorjahr verdoppelt hat. Unternehmen können mit passendem Content neue Verbrauchergruppen erschließen und die Bindung zu Bestandskunden festigen. Dieser Content kann aktuell gerne über den üblichen Tellerrand hinausgehen oder speziell für Krisenzeiten wie die aktuelle relevant sein.

Onpage-Maßnahmen: Vielen Unternehmen verschafft die Zeit des Stillstands die Möglichkeit, Dinge anzugehen, die im normalen Alltag liegen gebliebenen sind. Durch die Corona-Krise freigewordene Kapazitäten können etwa eingesetzt werden, um Onpage-Maßnahmen (Überprüfung und Aktualisierung von Content, Ankertext, Meta Description, Title Tag, Broken Links etc.) durchzuführen, die sich positiv auf das Ranking auswirken. Zum Thema Links: Einen Überblick der aktuellen Verlinkungen zur eigenen Webseite bietet die Google Search Console. Broken Links und fragwürdige Backlinks können dort entfernt werden (Disavow Tool).

Konkrete Maßnahmen im Überblick

Um die Sichtbarkeit in den Suchmaschinen zu erhöhen, können folgende Maßnahmen helfen:

  • MyBusiness-Funktionen bei Google nutzen
  • Kunden online über die aktuelle Situation, über Öffnungs- und Lieferzeiten oder Abholmöglichkeiten informieren (auf der Website mit Pop-up-Fenster und Banner, per Newsletter oder E-Mail)
  • Produktbeschreibungen aktualisieren, nicht mehr verfügbare Angebote entfernen
  • Onpage-Maßnahmen (Überarbeitung von bestehendem Content, Metadaten, Broken Links, 404-Fehler beheben)
  • Hochwertiger und informativer neuer Content ist Futter für die Suchmaschine. Mit hochwertigem Content werden wichtige Keywords aufgebaut, die helfen, auch nach der Corona-Krise durchstarten zu können. Besonders geeignet sind Blogartikel, FAQs, Lexikon und Ratgeber.
  • Strukturierte Daten zur Kennzeichnung wichtiger Informationen nutzen
  • Interne Text-Verlinkung ausbauen
  • Backlinks aufbauen
  • Weitere Kanäle nutzen (etwa Videos oder Webinare konzipieren)
  • Freigewordene Kapazitäten für neue Content-Strategie oder Webseiten-Relaunch nutzen

Wichtig: Welche konkreten Maßnahmen sinnvoll sind, muss für jedes Unternehmen individuell ausgelotet werden. Der erste Schritt besteht also darin, den Status quo im Detail zu analysieren. Beim strategischen Vorgehen müssen Unternehmensziele, Ertragskalkulationen und Customer-Lifetime-Value berücksichtigt werden. Nur mittels angepasster SEO-Strategie lassen sich individuelle Potenziale voll ausschöpfen und Wettbewerbsvorteile gegenüber Konkurrenten erlangen, die in der aktuellen Situation nicht schnell reagieren oder reagieren können.

Fazit

Durch Corona hat sich die Suchaktivität im Internet verändert und enorm zugenommen. Deshalb spielt SEO derzeit eine noch wichtigere Rolle als sonst. Gerade jetzt ist es wichtig, mit der richtigen SEO-Strategie die Positionierung bei Google zu stärken, denn dank erhöhter Suchaktivität werden die eigenen Maßnahmen potenziert und das eigene Unternehmen für die Zeit nach Corona optimal positioniert.